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Durchsuchung, Beschlagnahme, Vernehmung und Verhaftung sind strafrechtliche Notfälle.

Sie haben das Recht zu Schweigen.

Und das Recht, umgehend einen Anwalt zu konsultieren. 

Im Notfall nehmen wir Ihren Anruf rund um die Uhr entgegen, auch am Wochenende und an Feiertagen, 365 Tage im Jahr. 

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Verhalten im Notfall

10 Regeln im Umgang mit Ermittlungsbehörden oder: #BetterCallKLEIN 0800 15101010

  1. Vergessen Sie alles, was Sie bislang über Zivil- und Wirtschaftsrecht oder aus amerikanischen Fernsehserien wissen. Das Strafverfahren betrifft den Konflikt mit dem Staat. In einem Strafverfahren müssen Regeln eingehalten werden. Hier gelten völlig andere Regeln als bei zivilrechtlichen Auseinandersetzungen mit Mitbewerbern oder Kunden. Regeln, die nur ein ein Strafverteidiger kennt.

  2. Wenden Sie sich sofort an den besten Strafverteidiger, den Sie bekommen können. Wenn Sie die Wahl haben, nehmen Sie die oder den, dem Sie vertrauen; von dem Sie erwarten, dass er Sie nicht verrät, nicht im Stich lässt, dass er das Bestmögliche für Sie tut. Das ist der Strafverteidiger Ihres Vertrauens. Die EMRK garantiert Ihnen das Recht, ihn frei auszuwählen. Auch wenn Sie sich unschuldig fühlen: sagen Sie Ihrem Strafverteidiger alles, was Sie belasten könnte. Er muss alle Schwachstellen kennen.

  3. Reden Sie mit niemanden über den Tatvorwurf, dem Sie ausgesetzt sind. Bedenken sie, dass alle Ihre Gesprächspartner zu Belastungszeugen werden können. Deren Aussagen können gegen Sie verwendet werden. Nur Verwandte und Verschwägerte sowie Verlobte und Ehegatten müssen nicht aussagen. Nur sie können das Zeugnis verweigern. Alle anderen nicht.

  4. Erwarten Sie von niemandem Hilfe. Fast alle haben Angst, ebenfalls ins Visier der Ermittlungsbehörden und in die Mühlen der Justiz geraten zu können. Ihr Strafverteidiger ist der einzige Verbündete, der Ihnen jetzt noch geblieben ist.

  5. Wenden sie sich nicht an den Anwalt des Unternehmens, dem Sie angehören. Er wird nie Ihre Interessen vertreten können. Denn sein Mandant ist nur das Unternehmen, welches Sie möglicherweise geschädigt haben sollen. Der Beschuldigte im Ermittlungsverfahren des Staates sind Sie. Nur Sie persönlich.

  6. Sichern Sie Beweise: Kopieren Sie wichtige Unterlagen. Sichern Sie die Dateien Ihrer Festplatten, insbesondere Kontakte und den gespeicherten Terminkalender. Bedenken Sie auch, dass auf Smartphones und Tablets heute mehr sensible Daten gespeichert werden, als auf Desktop-Computern. Bedenken Sie, dass Ihr Telefon und Ihre Kommunikation in sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten abgehört und mitgelesen werden kann. Geben sie die gesicherten Daten und Unterlagen Ihrem Strafverteidiger. Dort sind sie vor dem Zugriff des Staates geschützt.

  7. Leisten Sie bei einer Durchsuchung Ihrer Wohn- und Geschäftsräume keinen Widerstand. Auch wenn sie noch keinen Strafverteidiger haben: Spätestens jetzt brauchen Sie einen. Bleiben Sie ruhig und seien Sie freundlich zu den Beamten. Auch wenn der Drang, sich schnell entlasten zu wollen, groß ist: Lassen sie sich keinesfalls in Gespräche verwickeln. Jetzt ist der falsche Zeitpunkt, sich zu entlasten. Denn Sie wissen nicht, was die Polizei glaubt, aufgrund der Ermittlungen zu wissen. Beantworten Sie keine Fragen der Beamten zur Sache. Sie haben das Recht zu Schweigen. Und das Recht, umgehend einen Anwalt zu konsultieren. Machen Sie von diesen Rechten Gebrauch. Sie müssen niemandem begründen, warum Sie Schweigen. Schweigen kann NIE gegen Sie verwendet werden, Reden schon.

  8. Am Ende einer Durchsuchung wird ein Protokoll ausgestellt. Widersprechen Sie dort formal der Beschlagnahme von Unterlagen und Gegenständen und verbinden Sie diesen mit einem Antrag auf richterliche Entscheidung über deren Verwertung als Beweise in einem gegen Sie gerichteten Strafverfahren.

  9. Leisten Sie keinen Widerstand im Falle einer Verhaftung. Sie haben das Recht zu Schweigen. Und das Recht, umgehend einen Anwalt zu konsultieren. Machen Sie von diesen Rechten Gebrauch.

  10. Bestehen Sie immer darauf, sich zuvor mit dem Anwalt Ihres Vertrauens zu beraten, bevor Sie eine Erklärung zur Sache abgeben oder ein vorgelegtes Schriftstück unterschreiben. Schweigen Sie. Beraten Sie sich unter vier Augen mit dem Anwalt Ihres Vertrauens, ob und gegebenenfalls welche Erklärungen abgegeben werden.

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Ohne meinen Anwalt sag ich nichts

Ihr Schweigen kann nie gegen Sie verwendet werden, Ihr Reden aber schon. 

Sie haben das Recht, unter vier Augen mit einem Anwalt zu sprechen. Alles, was Sie einem Anwalt unter vier Augen anvertrauen, ist vor dem Zugriff des Staates geschützt. Ermittlungsbehörden dürfen Gespräche eines Beschuldigten mit einem Anwalt nicht überwachen. 

Dieser Schutz ist verfassungsrechtlich garantiert und greift bei jeder Kontaktaufnahme: Schon dann, wenn Sie bei mir anrufen oder ich bei Ihnen anrufe. Und selbst dann, wenn Ihr Anschluss durch die Polizei überwacht wird. Aufzeichnungen des Gespräches mit einem Anwalt müssen sofort gelöscht und dürfen in keinem Fall als Beweis verwertet werden.

Auf der Suche nach einem Verteidiger dürfen Sie also darauf vertrauen, dass der Inhalt des Gesprächs mit einem Anwalt immer und von jedermann vertraulich behandelt wird und zwar unabhängig davon, ob anschließend ein Verteidigungsverhältnis zustande kommt.